Thrombose vorbeugen - 7 Tipps für den Alltag
Eine Thrombose kann jeden treffen. Mit einfachen Maßnahmen im Alltag lässt sich das Risiko deutlich senken. Wir geben Ihnen sieben praktische Tipps, die Sie sofort umsetzen können.
Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einer Vene, meist in den tiefen Bein- oder Beckenvenen. Das Gerinnsel kann den Blutfluss behindern und im schlimmsten Fall als Lungenembolie lebensbedrohlich werden. In Deutschland treten jährlich etwa 100.000 tiefe Venenthrombosen auf. Die gute Nachricht: Mit einfachen Maßnahmen können Sie Ihr Risiko deutlich senken.
1. Bewegen Sie sich regelmäßig
Bewegung ist der wichtigste Schutzfaktor gegen Thrombosen. Die Wadenmuskulatur wirkt beim Gehen wie eine Pumpe und befördert das venöse Blut zurück zum Herzen. Schon 30 Minuten zügiges Gehen am Tag machen einen großen Unterschied. Auch Radfahren, Schwimmen oder gezielte Venengymnastik sind hervorragend geeignet. Vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen ohne Unterbrechung - stehen Sie mindestens einmal pro Stunde auf und bewegen Sie sich kurz.
2. Trinken Sie ausreichend
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hält das Blut dünnflüssig. Trinken Sie mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag. Bei Hitze, Sport oder auf Flugreisen darf es gerne mehr sein. Alkohol und koffeinhaltige Getränke in großen Mengen entziehen dem Körper Flüssigkeit und sollten nicht als Hauptquelle dienen.
3. Aktivieren Sie die Venenpumpe am Arbeitsplatz
Wenn Sie beruflich viel sitzen, können Sie mit einfachen Übungen Ihre Venenpumpe aktivieren. Wippen Sie regelmäßig mit den Füßen - Zehen anheben, Fersen anheben, kreisen. Auch das Anspannen und Entspannen der Wadenmuskulatur unter dem Schreibtisch hilft. Wenn möglich, nutzen Sie einen höhenverstellbaren Schreibtisch und wechseln Sie zwischen Sitzen und Stehen.
4. Tragen Sie Kompressionsstrümpfe bei Risikosituationen
Auf langen Flugreisen, bei langem Stehen im Beruf oder nach Operationen können medizinische Kompressionsstrümpfe das Thromboserisiko erheblich senken. Sie üben von außen Druck auf die Venen aus und unterstützen den Bluttransport. Lassen Sie sich in einem Sanitätshaus individuell vermessen - nur passende Strümpfe wirken richtig.
5. Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht
Übergewicht erhöht den Druck auf die Beinvenen und verlangsamt den venösen Rückfluss. Schon eine moderate Gewichtsreduktion kann das Thromboserisiko messbar senken. Setzen Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen.
6. Hören Sie mit dem Rauchen auf
Rauchen schädigt die Innenwand der Gefäße und fördert die Blutgerinnung. Raucherinnen, die gleichzeitig die Antibabypille einnehmen, haben ein besonders stark erhöhtes Thromboserisiko. Ein Rauchstopp ist eine der wirksamsten Maßnahmen für Ihre Gefäßgesundheit insgesamt.
7. Kennen Sie Ihr persönliches Risiko
Bestimmte Faktoren erhöhen das Thromboserisiko zusätzlich: familiäre Vorbelastung, frühere Thrombosen, Krebserkrankungen, hormonelle Verhütung oder Hormonersatztherapie, Schwangerschaft und höheres Alter. Wenn mehrere Risikofaktoren zusammenkommen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über weitere Schutzmaßnahmen wie eine medikamentöse Prophylaxe.
Bei Verdacht sofort handeln
Sollten Sie plötzlich eine einseitige Beinschwellung, Spannungsgefühl, Überwärmung oder eine bläulich-rote Verfärbung des Beins bemerken, suchen Sie umgehend einen Arzt auf. Eine tiefe Venenthrombose ist ein medizinischer Notfall und muss schnell behandelt werden. In unserer Praxis können wir mittels Ultraschall sofort eine Thrombose bestätigen oder ausschließen.