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Gefäßchirurgie Potsdam — Dr. med. Tim Mieder
12. Dezember 2025 · Patienteninfo

Schaufensterkrankheit (pAVK) - Symptome früh erkennen

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) wird oft erst spät erkannt. Erfahren Sie, welche Warnsignale auf eine Durchblutungsstörung hinweisen und warum eine frühzeitige Diagnose so wichtig ist.

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit - kurz pAVK - ist eine der häufigsten Gefäßerkrankungen. In Deutschland sind etwa 4,5 Millionen Menschen betroffen. Im Volksmund wird sie auch Schaufensterkrankheit genannt, weil Betroffene wegen Schmerzen in den Beinen immer wieder stehen bleiben müssen - so, als würden sie Schaufenster betrachten. Dabei ist die pAVK eine ernstzunehmende Erkrankung, die auf eine Arteriosklerose - also eine Verkalkung der Arterien - hinweist.

Was passiert bei einer pAVK?

Bei der pAVK verengen sich die Arterien in den Beinen (seltener in den Armen) durch Ablagerungen an der Gefäßwand, sogenannte Plaques. Diese bestehen aus Cholesterin, Kalk und Bindegewebe. Durch die Verengung gelangt weniger sauerstoffreiches Blut in die Muskeln und das Gewebe. Bei Belastung - zum Beispiel beim Gehen - reicht die Durchblutung nicht mehr aus, und es entstehen Schmerzen.

Die vier Stadien der pAVK

Die pAVK wird nach Fontaine in vier Stadien eingeteilt. Im Stadium I bestehen zwar bereits Gefäßveränderungen, aber noch keine Beschwerden. Im Stadium II treten die typischen belastungsabhängigen Schmerzen auf - zunächst nur bei längeren Gehstrecken (Stadium IIa), später schon nach wenigen Metern (Stadium IIb). Im Stadium III bestehen Schmerzen bereits in Ruhe, insbesondere im Liegen und nachts. Das Stadium IV ist das fortgeschrittenste: Hier entstehen Gewebedefekte, Wunden heilen nicht mehr und es droht im schlimmsten Fall eine Amputation.

Warnsignale, die Sie ernst nehmen sollten

Das Tückische an der pAVK ist, dass sie sich schleichend entwickelt. Achten Sie auf folgende Warnsignale: Wadenschmerzen oder Schmerzen im Oberschenkel beim Gehen, die in Ruhe nachlassen. Kalte Füße, die sich auch durch Wärme kaum bessern. Blasse oder bläulich verfärbte Zehen. Wunden an Zehen oder Füßen, die schlecht heilen. Haarausfall an den Unterschenkeln oder glänzende, dünne Haut. Auch erektile Dysfunktion beim Mann kann ein frühes Zeichen einer Durchblutungsstörung sein.

Risikofaktoren kennen und minimieren

Die wichtigsten Risikofaktoren für die Entwicklung einer pAVK sind Rauchen - der mit Abstand stärkste Risikofaktor - , Diabetes mellitus, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte. Raucher erkranken bis zu viermal häufiger als Nichtraucher. Ein konsequenter Rauchstopp ist daher die wirksamste Einzelmaßnahme. Dazu kommen eine gute Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Cholesterin sowie regelmäßige Bewegung.

Diagnostik in unserer Praxis

Die Diagnose beginnt mit einer Messung des Knöchel-Arm-Index (ABI). Dabei wird der Blutdruck am Arm und am Knöchel verglichen - ein einfacher, schmerzloser Test, der bereits eine Durchblutungsstörung aufdecken kann. Ergänzend führen wir eine farbkodierte Duplexsonografie durch, mit der wir die Arterien der Beine detailliert darstellen und Engstellen oder Verschlüsse exakt lokalisieren können.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie richtet sich nach dem Stadium. In frühen Stadien stehen strukturiertes Gehtraining, medikamentöse Therapie und die konsequente Behandlung der Risikofaktoren im Vordergrund. Bei fortgeschrittener Erkrankung können wir mit Ballonaufdehnungen (PTA) und Stents die verengten Arterien wieder eröffnen. Bei langstreckigen Verschlüssen kommen Bypass-Operationen zum Einsatz. In unserer Praxis beraten wir Sie individuell und finden gemeinsam den besten Therapieweg.

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