Was ist ein Portkatheter? Ablauf und Nachsorge
Ein Portkatheter erleichtert vielen Patientinnen und Patienten die Chemotherapie erheblich. Erfahren Sie, wie die Implantation abläuft, worauf Sie danach achten müssen und wann der Port wieder entfernt wird.
Wenn eine Chemotherapie oder eine andere langfristige intravenöse Therapie ansteht, empfehlen Onkologen häufig die Implantation eines Portkatheters - kurz Port. In unserer Praxis implantieren und explantieren wir Portsysteme in enger Zusammenarbeit mit dem MVZ für Blut- und Krebserkrankungen in Potsdam. Dieser Beitrag erklärt Ihnen den gesamten Ablauf.
Was genau ist ein Port?
Ein Portkatheter besteht aus einer kleinen Kammer (etwa so groß wie eine Zwei-Euro-Münze) aus Titan oder Kunststoff und einem dünnen Katheter-Schlauch. Die Kammer wird unter die Haut im Bereich des oberen Brustkorbs eingesetzt, der Katheter führt in eine große Vene nahe dem Herzen. Von außen ist der Port nur als kleine Erhebung unter der Haut tastbar. Über eine spezielle Nadel, die durch die Haut in die Portkammer gestochen wird, können Medikamente, Infusionen oder Blutentnahmen durchgeführt werden - ohne dass jedes Mal eine neue Vene punktiert werden muss.
Vorteile eines Portkatheters
Der größte Vorteil liegt im Schutz der peripheren Venen. Chemotherapeutika sind oft gefäßreizend und können bei wiederholter Gabe über Armvenen zu Venenentzündungen und Gewebeschäden führen. Der Port leitet die Medikamente direkt in eine große, gut durchblutete Vene, wo sie schnell verdünnt werden. Außerdem entfällt das oft mühsame und schmerzhafte Suchen nach einer geeigneten Vene bei jedem Behandlungstermin.
Wie läuft die Implantation ab?
Die Portimplantation ist ein ambulanter Eingriff, der in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Über einen kleinen Hautschnitt unterhalb des Schlüsselbeins wird zunächst eine geeignete Vene aufgesucht und der Katheter eingeführt. Die Portkammer wird in eine unter der Haut angelegte Tasche eingesetzt und mit dem Katheter verbunden. Der gesamte Eingriff dauert etwa 30 bis 45 Minuten. Die korrekte Lage wird noch während des Eingriffs mittels Bildgebung kontrolliert.
Die ersten Tage nach der Implantation
Nach dem Eingriff erhalten Sie einen leichten Druckverband. Leichte Schmerzen und eine Schwellung im Bereich der Implantationsstelle sind normal und klingen innerhalb weniger Tage ab. Die Fäden werden nach etwa 10 bis 14 Tagen entfernt. In der Regel kann der Port bereits wenige Tage nach der Implantation erstmals benutzt werden. Vermeiden Sie in der ersten Woche starke Armbewegungen auf der operierten Seite, um die Wundheilung nicht zu stören.
Pflege und Umgang im Alltag
Ein Port ist für den Alltag kaum einschränkend. Duschen und Baden sind möglich, sobald die Wunde verheilt ist. Auch leichter Sport ist erlaubt - vermeiden Sie lediglich extreme Belastungen oder Kontaktsportarten, die direkt auf die Portkammer einwirken könnten. Wird der Port über längere Zeit nicht benutzt, sollte er alle vier bis sechs Wochen gespült werden, um ein Verstopfen des Katheters zu verhindern. Dies übernimmt in der Regel Ihr behandelnder Onkologe oder Hausarzt.
Wann wird der Port wieder entfernt?
Nach Abschluss der Chemotherapie oder wenn der Port nicht mehr benötigt wird, kann er unkompliziert in einem kurzen ambulanten Eingriff entfernt werden. Auch die Explantation führen wir in unserer Praxis durch. Der Eingriff unter örtlicher Betäubung dauert etwa 20 Minuten. Wenn Sie Fragen zur Portimplantation haben oder eine Überweisung Ihres Onkologen vorliegt, vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Praxis.