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Operation oder Intervention?

Einleitung

Allgemeine arteriosklerotische Veränderungen der arteriellen Gefäße beginnen mit dem zwanzigsten Lebensjahr. Besonders betroffen sind die Aufteilungen der Gefäße. Hier ändert sich der bis dahin in einer Röhre bestehende laminare Fluss. Es kommt zu Turbulenzen in Folge dessen zu Ablagerungen im Gefäß. An diesen Einengungen können sich wiederum Ablagerungen von Blutbestandteilen (Blutgerinnsel) bilden und mit dem Blutstrom von der inneren Halsschlagader ins Gehirn geschleudert werden. Dort ist die Folge dann ein Schlaganfall. Es wird ein kleines Gefäß durch das abgescherte Blutgerinnsel verschlossen. Durch die Schädigung des Gehirns können eine vorübergehende Lähmung im Arm oder Bein, eine vorübergehende Blindheit oder sogar eine dauerhafte, im schlimmsten Fall lebensbedrohende, Halbseitenlähmung des Körpers resultieren. Häufig kommt es auch zu Sprachstörungen.

Bei dem Auftreten von solchen Symptomen sollten immer die Halsschlagadern mit untersucht werden. Sie sind in 15-20% der Patienten für den Schlaganfall die Ursache. In 80-85% sind es Rhytmusstörungen des Herzens oder eine Blutung (zum Beispiel im Zusammenhang mit Bluthochdruck) im Gehirn. Stellt sich heraus, dass eine Einengung der Halsschlagader die Ursache der Beschwerden ist, muss zu einer Behandlung geraten werden. Dies trifft unter Umständen auch für Patienten zu, die eine hochgradige Einengung der inneren Halsschlagader (A. carotis interna) besitzen und noch keine Beschwerden haben.

Prinzipiell muss an dieser Stelle bemerkt werden, dass jede Art von Behandlung der Halsschlagadereinengung einen prophylaktischen Eingriff zur Verhinderung künftiger Schlaganfälle darstellt. Bestehende Beschwerden können dadurch in der Regel nicht beseitigt werden.

Therapieverfahren

Es können sowohl operative als auch interventionelle Verfahren zur Anwendung kommen. Die interventionelle Therapieoption mit Aufdehnung und Stentimplantation wird vor allem in jüngerer Vergangenheit tendenziell zunehmend häufiger durchgeführt. Derzeit sind die operativen Verfahren jedoch noch der Standard und stellen in der Behandlung der Halsschlagadereinengung eine bewährte und sichere Option dar. Das darf weder den Patienten noch den Arzt darüber hinwegtäuschen, dass unabhängig vom gewählten Therapieverfahren, bei jeder Manipulation an der Halsschlagader, der Schlaganfall, den man vermeiden möchte, in 1-3% der Patienten auftreten kann. Das bedeutet, dass bei einem bis drei Patienten von Einhundert es zu Komplikationen kommt.

Operativ stehen der Gefäßchirurgie zwei Möglichkeiten der Ausschälplastik zur Verfügung. Zum einen die offene Ausschälplastik und ihr Verschluss mit einem „Flicken“, einem Material ähnlich einer Kunststoffprothese, oder dem Verschluss mit körpereigenen Vene. Zum anderen die so genannte Eversion.

Bei der Eversion wird das Gefäß abgetrennt, umgekrempelt und dabei ausgeschält. Letzteres Verfahren hat den Vorteil, dass das Gefäß ohne Kunststoff an die gemeinsame Halsschlagader wieder angenäht werden kann. Bei beiden Verfahren ist es möglich, den Blutstrom zum Gehirn über ein zeitweilig eingesetztes Shuntsystem zu überbrücken und einen Sauerstoffmangel zu vermeiden.